Wir unterstützen die

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 Peter Freiherr von Zschinsky: Der (fliegende) Rote Baron
Ein Mannsbild - der Fliegende Baron ...
Ein Mannsbild - der Fliegende Baron ...

Die Begeisterung, mit Oldtimer-Flugzeugen zu fliegen, ist nicht auf der Nostalgie- Welle zu uns gekommen. Sie ist wohl so alt, wie die Menschheit. Was aber drängt einen Menschen, der mehr kreativ als technisch ambitioniert ist, sich einer traditionsreichen Freizeitbeschäftigung zu widmen?

Diese Frage stellen wir dem "Flieger Baron" Freiherr Peter von Zschinsky.

 

Er kennt den Rhein-Neckar-Raum und den Flughafen Neuostheim auch bestens aus der Luft, vielleicht kann sich der ein oder andere auch noch an den Doppeldecker erinnern, oftmals war er auch über dem Rhein-Neckar-Raum unterwegs…

Man nannte ihn "Deutschlands tollkühnsten Flieger" Freiherr Peter von Zschinsky, 1,84 m groß, dunkler Vollbart, weiß, wovon er spricht. Drei Kanalüberquerungen, zwei Dutzend Notlandungen und einen Flug entlang der Anden in Amerika hat er gesund überstanden. Mit seinem Doppeldecker Baujahr 1929, einem "Tiger Moth", einem englischen Kampfflugzeug aus dem ersten Weltkrieg.

"Die waghalsigen Flieger aus dieser Zeit sind mein Vorbild" ,

sagt der "Flieger- Baron". Nach Manfred von Richthofen, dem "Roten Baron", der in Luftkämpfen über England 80 feindliche Maschinen abgeschossen hatte, nannte er seinen Fliegerclub "Die roten Barone". Seit ihrer Gründung waren sie durch ihr ausgefallenes Hobby über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden.

Das Prachtstück des fliegenden Barons, mit dem er seit 1968 durch die Lüfte zog, war ein 145 PS starker, 11 m langer, segeltuchbespannter Doppeldecker. "Tiger Moth", neuerdings eine alte A T 6 North American, Ursprungsland; USA.

In den späten dreißiger Jahren war die North American Texan oder Harvard gebaut worden und seither für Hunderttausende von Piloten in rund 40 Ländern zum "fliegenden Klassenzimmer" geworden.

 

"Wenn man mit solchen alten Vögeln aufsteigt, weiß man nie, wie man wieder auf die Erde zurückkommt. Auch das macht die Fliegerei zu einem Erlebnis".

Wenn der "Rote Baron" auf dem Flugplatz in Engelsbach bei Frankfurt startete, dann war die englische "Tiger Moth" mit 40 l vollgetankt. Für seinen längsten Flug von Frankfurt nach Südengland brauchte er zwölf Stunden und musste viermal zwischenlanden.

"Die Dauerbelastung hält der Motor mit dem Holzpropeller nicht aus. Dann fängt die Maschine an zu "kotzen", setzt aus, und ich muss auf freiem Feld runtergehen. Auf eine Flugstunde kommen 5 Stunden reparieren, Schrauben festziehen und Maschinenpflege".

An seine spektakulärste Notlandung erinnert sich der tollkühne Flieger noch genau:

"1977 setzte über Kassel der Motor aus und ich ging runter. Landeplatz war eine Rennstrecke. Meinen Vogel setzte ich auf der Straße zwischen Rennautos auf. Man glaubte, ich hätte das absichtlich als Reklamegag für unseren Club gemacht. In einem späteren Prozess wurde ich dann freigesprochen."

Der Fliegende Baron mit dem unvergessenen Gerd Fröbe
Der Fliegende Baron mit dem unvergessenen Gerd Fröbe

"Ich habe eine ausgefallene Leidenschaft, die mir Spaß macht. Das ist wichtig."

Seine alte, schwarze Fliegerbrille stammt ebenfalls aus dem Ersten Weltkrieg. Die Ersatzteile für die "Tiger Moth" baut er sich aus alten Schrotteilen selbst zusammen.

"Mein Vogel ist eigentlich Schrott für 300 Euro. Doch der Liebhaberwert beträgt inzwischen über 50.000 Euro".

Auch Deutschlands Fernsehzuschauer haben sich schon von den ungewöhnlichen Flugkünsten des "Roten Barons" überzeugen können. In der ARD-Udo-Jürgens- Show flog er Schleifen, Kurven und sogar Loopings nach der Titelmelodie. Er drehte beim Süddeutschen Rundfunk ein Special über sein Leben als Flieger-Baron und erzählte im Westfälischen Rundfunk über sein abenteuerliches Hobby.

 

"Das bringt Geld für die vielen Ersatzteile,"

so der Rote Baron.

Der bärtige Draufgänger zeigte seine fliegerischen Kunststücke: Mit 200 Stundenkilometern brauste er dann auf den Tragflächen seines Doppeldeckers stehend über die staunenden Zuschauer hinweg. Angst kennt der "Rote Baron" nicht.

Dieser Baron hatte sich genau den freien Raum für maskuline Spielereien geschaffen, den die meisten Männer heutzutage aus ihrer Fantasie verbannt haben, wenn sie aufhören, mit Eisenbahnen zu spielen. Und das scheint genau das zu sein, was heute an Tradition fehlt.

Fliegen in seiner ursprünglichsten Form ist Freiheit. Nicht umsonst sagt man, "nur Fliegen ist schöner". Freiherr von Zschinsky weiß, was Freiheit heißt.

"Wenn ich in drei Kilometer Höhe im offenen Cockpit sitze und der Wind mir an kalten Tagen mit minus 25 Grad um die Nase weht, dann habe ich noch Begeisterung. Ich fühle mich wie ein Vogel, der durch die Lüfte wandert".

Heute lebt er in Schloss Neufra, das liegt zwischen Ulm und dem Bodensee.

Baron von Zschinsky will nur noch in Frankreich mit seinem roten Himmelsblitzer fliegen.

"Dort ist eine Notlandung noch eine Sensation, und man versteht uns Einzelgänger, die zwischen Benzinduft und blauem Himmel eine der wenigen Abenteurer aus einer längst vergangenen Zeit sind."

Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute…

Peter Freiherr von Zschinsky:

Geboren am 29. März 1941 in Freiburg im Breisgau. Vater Bühnenbildner, Mutter Tänzerin. Aufgewachsen in München, Wien, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt/Main. Längere Wohnaufenthalte in Südfrankreich, USA. Aufenthalte als Journalist und Kriegsberichterstatter in: Chile, Rumänien, Irak, Bosnien, Serbien, Kosovo, Afghanistan, Kongo, Somalia, Ruanda, Tschetschenien, Kashmir.

Für weitere Infos: Peter Freiherr von Zschinsky: Internet: www.zschinsky.de

 

» Seite weiterempfehlen

| | | | | | | | | © JEH Verlag © 2009