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 Manfred Schwarz - ein Koch, der nichts anbrennen lässt ...
Manfred Schwarz - einer der besten Köche Deutschlands... (Foto: Alexander Ehhalt)
Manfred Schwarz - einer der besten Köche Deutschlands... (Foto: Alexander Ehhalt)

Er besitzt ein eigenes Restaurant, ja, sogar einen eigenen Champagner kann er sein eigen nennen. Die Rede ist von Manfred Schwarz, einem der besten Küchenchefs Deutschlands. Bereits mit 14 Jahren zauberte er fantastische vier Gänge-Menüs und verblüffte damit nicht nur seine Eltern und deren Gäste. Mit dem väterlichen Rat „Gute Ärzte gibt es viele, aber nicht viele gute Köche. Werde du einer – dann habe ich auch etwas davon.“ sollte der Vater Recht behalten. Die beruflichen Stationen seines Sohnes ließen schon früh erahnen was für ein Potenzial hinter der Person „Manfred Schwarz“ steckt.

Um mehr über ihn zu erfahren, bat Hallo Rhein-Neckar.de zum Interview.

 

Hoch oben im zwölften Stock der Print Media Academy in Heidelberg eröffnete Manfred Schwarz im November 2003 sein eigenes Restaurant. Auf 380 Quadratmetern entstand innerhalb eines halben Jahres ein unvergleichliches Ambiente. Nussbaum, Hightech, Lichteffekte, Wasserwand und Kunstobjekte kombiniert mit einer grandiosen Aussicht laden zum Genießen und Entspannen ein.




 
Herr Schwarz, Sie haben sehr früh mit dem Kochen angefangen. Erst für die Familie und später für Spitzenrestaurants wie das „Bareiss“ in Baiersbronn, das „Tantris“ in München, die „Schweizer Stuben“ in Wertheim und zu guter letzt dem „Deidesheimer Hof“. Was bedeutet das Kochen für Sie?

"Ich habe das große Glück, mein Hobby ,meine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben. Kochen ist auch nach vielen Jahren am Herd harte Arbeit, doch es ist für mich auch Inspiration, Ehrgeiz, immer wieder etwas Neues zu kreieren und eine große Freude, mit meiner Arbeit tagtäglich meine Gäste zu begeistern – nach wie vor möchte ich keinen anderen Beruf ausüben."

Nicht nur die Familie und Freunde kamen in den Genuss Ihrer Kochkünste, sondern auch Stars und Sternchen. Rollings Stones, Ralf Schumacher, Helmut Kohl um nur ein paar zu nennen. Wen würden Sie gerne mal bekochen und was würden Sie kochen?

"Sie haben Recht – ich habe vom spanischen Königspaar bis zu Boris Jelzin wirklich schon sehr viel Prominenz bekocht. Ralf Schumacher war gerade kürzlich während des Hockenheim-Rennens bei uns zu Gast. Sehr gern bekochen würde ich einmal Papst Benedikt XVI. – ich hoffe sehr, dass ihn seit dritter Deutschlandbesuch einmal in unsere Gefilde führt. Der Papst kommt aus Bayern, ist ein vielgereister Mann, der überall auf der Welt exzellent verköstigt wird. Ich würde ihn daher auf jeden Fall mit verfeinerter badischer oder auch Pfälzer Regionalküche bekochen."

Herr Schwarz: jüngster Zwei-Sterne-Koch, Goldmedaille bei der „Olympiade der Köche“, Five Star Diamond Award, New York Culinary Trophy und viele Preise und Auszeichnungen mehr. Welche davon hat Sie am meisten beeindruckt und warum?

"Beeindruckt und sehr gefreut haben mich eigentlich alle Auszeichnungen, die mir verliehen wurden. Doch wirklich überwältigt war ich 2004 als nach lediglich neun Monaten „Der Feinschmecker“ mein erstes eigenes Restaurant zum „Restaurant des Jahres 2004“ kürte und lediglich drei Monate später der erste Michelin-Stern für „schwarz Das Restaurant“ folgte."

Herr Schwarz, für die Gestaltung der Räume erhielt die Innenarchitektin Christiane von der Linde bei der Ausschreibung im April 2003 den Zuschlag. Was waren die Gründe bzw. was hat Sie am Konzept am meisten überzeugt?

"Frau von der Linde hat mich mit ihrem Gestaltungskonzept bei den Präsentationen sofort überzeugt. Sie hat es geschafft, das Innere des Restaurants entsprechend dem hochtechnischen Design der Print Media Academy zu gestalten und gleichzeitig einen Raum zu kreieren, in dem unsere Gäste dennoch entspannen und genießen können. Die überwältigende Resonanz unserer Gäste bestätigt uns tagtäglich, dass wir die richtige Wahl getroffen haben."

Einmal dem Sternekoch beim Kochen über die Schulter schauen... (Foto: Alexander Ehhalt)
Einmal dem Sternekoch beim Kochen über die Schulter schauen... (Foto: Alexander Ehhalt)

Jeden Monat sind auf der Menükarte neue kulinarische Köstlichkeiten zu entdecken. Aktuell z.B. gebratene Kartoffelspaghettini mit Seeteufel auf Krustentierragout oder vegetarische Ravioli mit Trüffel-Käsefüllung, Gewürztomaten und gebratenen Pfifferlingen mit Oliven und Pesto. Wie kommen Sie auf diese einzigartigen Kombinationen? Entstehen die spontan oder doch eher geplant?

"Spontan entsteht beim Kochen sehr wenig. Kochen ist harte Arbeit, erfordert Kreativität und Ausdauer. Bevor solch ein Gesamtkunstwerk bei uns serviert wird, wird unendlich viel ausprobiert, beste Zutaten und Aromen werden immer wieder neu zusammengestellt und aufeinander abgestimmt, wieder wird verkostet und solange verfeinert und an den Kreationen gearbeitet, bis mein Team und ich mit dem Ergebnis zufrieden sind.


 

 

Die Zeitschrift „Der Feinschmecker“ wählte „schwarz – Das Restaurant“ zum „Restaurant des Jahres 2004“. Die Lage, die Einrichtung, die Küche und der Service ergaben ein stimmiges Gesamtbild. Wie motivieren Sie Ihr Team zu solchen Höchstleistungen?

"Erfolg verleiht Flügel – dieses Sprichwort bewahrheitet sich bei uns täglich. Ich habe ein hervorragend ausgebildetes und wirklich tolles Team. Wie eine gut spielende Fußballmannschaft sind wir perfekt aufeinander eingespielt. Und jeden Tag verfolgen wir unser gemeinsames Ziel: Die Gäste von schwarz das Restaurant nicht einfach zufrieden zu stellen, sondern Sie zu begeistern."

Manfred Schwarz ist auch ein Koch der sich gerne mal in die Töpfe schauen lässt oder kleine Geheimnisse der Küche verrät. Mit seinen Gourmet-Kochkursen gewährt er Einblicke in sein Können am Herd. Die „Kochschüler“ erfahren Tipps und Tricks und wie ein komplettes Menü richtig zubereitet und präsentiert wird.

Herr Schwarz, die „Kochschüler“ haben bestimmt jede Menge Fragen rund um die Küche und das Kochen. Welche Fragen müssen Sie am häufigsten beantworten?

"Die am meisten gestellten Fragen in meinen Kochkursen sind, wer kocht bei Ihnen zu Hause, Herr Schwarz, und was ist Ihr persönliches Lieblingsgericht. Ich nehme die Antworten gleich vorweg: Bei uns zu Hause kocht meine Frau – sie kocht hervorragend und meine Lieblingsgerichte sind Pastagerichte in allen möglichen Variationen."

Kochen ist eine Kunst für sich und gerade als Anfänger kann man sehr viel falsch machen. Können Sie uns ein paar Kochsünden nennen, die man auf jeden Fall vermeiden sollte?

"Die Liste der Kochsünden ist lang – und würde den Rahmen dieses Interviews definitiv sprengen. Die größte Kochsünde für mich ist, minderwertige Zutaten für das Kochen zu verwenden. Denn aus Essig für 39 Cent, billigem Supermarkt-Hack oder geschmacklosem Treibhaus-Gemüse kann niemand ein wirklich gutes Essen kochen.

Podiumsdiskussion mit Sternekoch Manfred Schwarz... (Foto: Alexander Ehhalt)
Podiumsdiskussion mit Sternekoch Manfred Schwarz... (Foto: Alexander Ehhalt)

Manfred Schwarz besitzt nicht nur sein eigenes Restaurant, sondern ist auch Initiator des „schwarz Das Weinforum“. Hier treffen Genießer, Liebhaber, Kenner und Interessenten aufeinander und alles dreht sich um das Thema Wein in all seinen Facetten. Es wird diskutiert, probiert, informiert und eingekauft. Am 3. Dezember 2006 findet dieses Event zum zweiten Mal statt und VDP-Winzer aus Baden und der Pfalz stellen erneut dem Publikum ihre edlen Tropfen vor.

 

Herr Schwarz, wie und wann entstand die Idee zu „schwarz Das Weinforum“?

"Zu einem hervorragenden Menü gehören hervorragende Weine. Ich wollte dem Thema deutscher Wein neben vielen Weinreisen und weiteren Degustationsevents, die wir ja schon länger anbieten, einmal jährlich eine ganz besondere Plattform bieten. Und welche Winzer würden sich da besser eignen, als die Winzer des VDP?"

Kulinarische Köstlichkeiten auf der Menükarte sind das eine; die rund 400 Spitzenweine der Weinkarte das andere. Der Schwerpunkt liegt zwar bei den Deutschen und Französischen Weinen, aber Weine aus aller Welt sind vertreten. Können Sie uns in wenigen Worten beschreiben, worin die Faszination Wein besteht?

"Die Faszination Wein besteht für mich im ständigen Entdecken immer neuer Weine, neuer Jahrgänge, neuer Winzer und natürlich der herausragenden Arbeit, die die Winzer, ob weltbekannt oder noch unbekannt, im Weinberg und im Keller leisten. Die Auswahl passender Weine zu einer bestimmten Kreation aus unserer Küche ist nach wie vor unheimlich spannend."

Zum Schluss: „schwarz – Das Restaurant“, eigener Champagner, Initiator eines Weinforums. Herr Schwarz, was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

"Auch in der nächsten Zeit gilt es viele spannende Pläne zu verwirklichen. Die Möglichkeiten sind unglaublich vielseitig. Was mich besonders freut, ist, dass unsere Kooperation mit dem Heidelberger Theater so tollen Anklang gefunden hat. In unserer neuen Reihe „Gastrosophie – Kulturgeschichtliche Reisen“ schlagen wir gemeinsam die genussreiche Brücke von Geistreichem zu Geschmackvollem. Kunst, Kultur und kulinarische Köstlichkeiten – in den kommenden Monaten stehen mit der Premierenvorschau zur Oper „Madama Butterfly“ (10.10.2006), der Theater-Show „Planet Porno“ ( 25.01.2007) und der Premierenvorschau zur Operette „Frau Luna“ (09.02.2007) außergewöhnliche Events in unserem aktuellen Eventkalender. Meine Zukunftspläne möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, seien Sie jedoch gewiss, es gibt sehr viele, die zum passenden Zeitpunkt von meinem Team und tollen Partnern kreativ umgesetzt werden.

Es sei nur soviel an dieser Stelle versprochen: „ schwarz Das Restaurant“ wird weiterhin in aller Munde bleiben."

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