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 Im Gespräch mit Dietmar Hopp
Im Gespräch... Dietmar Hopp
Im Gespräch... Dietmar Hopp
Herr Hopp, jeder kennt Sie als erfolgreichen Unternehmer, der zusammen mit Hasso Plattner das erfolgreichste deutsche Software-Unternehmen, die SAP AG, aufgebaut hat: Von einer kleinen Software-Schmiede zum Weltmarktführer für betriebliche Anwendungssoftware.
 

Wir haben erfahren, dass eine intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird, um die Hannelore Kohl Stiftung bekannt zu machen. Zum Beispiel durch eine Großflächenplakat-Aktion, die auch die Dietmar Hopp Stiftung mitgesponsert hat. Was war hier Ihre Intension sich daran finanziell zu beteiligen?

Mehr als 150.000 Menschen, davon mehr als 40.000 Kleinkinder, sind pro Jahr Opfer von Verkehrs- aber auch häuslichen Unfällen mit der schrecklichen Diagnose: Hirnverletzung. Diese Menschen werden großteils lebenslang Pflegefälle bleiben. Für Angehörige, aber auch für unsere Gesellschaft entstehen riesige Probleme menschlicher, aber auch finanzieller Art. Mit Frau Ohoven bin ich der Meinung, dass Präventivmaßnahmen, also Aufklärung und Vorsorge zunächst am meisten helfen, Unfälle zu verhindern.

Sie haben sich aus der SAP zurückgezogen und sind heute in vielen Bereichen aktiv. Lassen Sie uns doch wissen, was Sie heute machen? In welchen Bereichen engagieren Sie sich?

Ich bin mit der Dietmar-Hopp-Stiftung in punkto Ausbildung, Medizin, soziale Einrichtungen, Jugendsport aber auch im kulturellen Bereich stark engagiert. Dies ist Ihnen sicher bekannt. Darüber hinaus halten meine Familie und ich Beteiligungen an Firmen der verschiedensten Art.

 

 

Sie gelten ja auch als Mäzen im Sport. Die Mannheimer Adler, die früher starke finanzielle Probleme hatten, spielen seit Ihrer Hilfe wieder an der Spitze mit. Auch für das richtige Ambiente der Spiele haben Sie sich gekümmert und die Multifunktionshalle, die Arena, zinslos der Stadt Mannheim vorfinanziert. Welche Aktivitäten sollen denn hier nach Ihren Planungen stattfinden?

Wie Sie schon richtig erwähnen, ist die SAP-Arena eine Multifunktionshalle. Sie werden dort nicht nur die Mannheimer Adler sehen, sondern auch andere große Sportveranstaltungen. Konzerte und Shows sowie Firmenevents werden ebenfalls in der SAP-Arena stattfinden.


Was sicherlich die wenigsten Menschen wissen, ist Ihr Engagement bei der Hochwasserkatastrophe in Ostdeutschland. Hier gelten Sie mit einer großen Millionenspende als der größte private Helfer. Was haben denn die Politiker dazu gesagt, wie hat man Ihnen hier gedankt?

Seinerzeit war schnelle Hilfe erforderlich. Die Menschen waren in Not – viele haben ihr komplettes Hab und Gut verloren. Für mich stand sofort fest: Hier muss blitzschnell und unproblematisch geholfen werden. Das habe ich getan. Erst als ich mich während eines Interviews darüber verwundert zeigte, dass sich niemand für die Fünf-Millionen-Euro-Spende bedankt hat, erhielt ich einen Dankesbrief von einem Bürgermeister.

Welche Projekt fördern Sie denn primär? Ein wichtiger Teil ist nach unseren Recherchen die Kinderkrebsforschung. Was machen Sie hier? Sie haben dem Universitätsklinikum Heidelberg auch eine Spende zur Verfügung gestellt. Um was ging es hier?

Die ganzen medizinischen Aktivitäten der Dietmar-Hopp-Stiftung hier aufzuzählen wäre zu viel verlangt. Die Kinderklinik aber auch die Frauenklinik der Universität Heidelberg (und Mannheim) werden von der Stiftung schon seit längerem unterstützt. Magnetresonanztomographen, Ultraschallgeräte und viele andere moderne Geräte für Diagnostik und Früherkennung verschiedenster Krebsarten konnten finanziert werden.

Was war bisher Ihre beste Idee, nachdem Sie die SAP verlassen haben?

Es gibt keine „beste Idee“, dafür aber viele guten! Die Stiftung mit all’ ihren verschiedenen Möglichkeiten, Hilfe zu geben, liegt mir sehr am Herzen. Eine weitere gute Idee ist der Golfclub St. Leon. Auch die SAP-Arena gehört zu den guten Ideen...

Was wollten Sie als Kind werden?

Sie glauben es wohl kaum, aber es ist wahr: Lokomotivführer. Sicherlich der Traum vieler Buben in jungen Jahren.

Wer imponiert Ihnen?

Schon immer imponiert haben mir die großen Erfinder und Wegbereiter für unsere heutige Zeit: Denken Sie an die grandiosen Leistungen von Bosch oder Siemens, nur um diese beiden beispielhaft zu nennen. Ganz besonders und schon immer hat mir Albert Schweitzer imponiert, er, der in Lambarene zunächst mit primitivsten Mitteln sich eingesetzt hat für die Armen und Kranken.

Mit wem würden Sie gerne einen Monat tauschen?

Um ehrlich zu sein: Ich möchte mit niemandem tauschen.

Was machen Sie in Ihrer freien Zeit?

Ich spiele Golf.

Was war Ihr schönster Lustkauf?

Lustkäufe kenne ich nicht. Wenn mir etwas gefällt und es angemessen ist im Preis, dann kaufe ich es mir.

Was ist Ihnen wichtiger: Menschlichkeit oder Taktik? Und warum?

Sie können sich vorstellen, dass mir Menschlichkeit wichtiger ist als Taktik. Und Ihre Frage nach dem "warum" scheint wohl eher eine taktische Frage zu sein.

Wie wichtig sind Kinder für Ihr Leben?

Nicht nur für mich, für uns alle müssen Kinder wichtig sein. Sie sind die Zukunft eines jeden Volkes. Die Grundlagen von Bildung, Anstand, Würde, Beruf und Menschlichkeit müssen wir ihnen mitgeben. Ich sehe darin eine ganz besondere Verpflichtung.

Herr Hopp, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen auch weiterhin alles Gute!

 

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