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 Im Gespräch mit dem Kochkünster Johann Lafer
Johann Lafer, der Sternekoch
Johann Lafer, der Sternekoch

Herr Lafer, Sie sind einer der bekanntesten Köche Deutschlands und sicherlich auch einer der besten. Sie haben einen Stern und besitzen auf der Stromburg in Stromberg mit Ihrem Restaurant "Val d'Or" einen Ort für Gourmets.

Neben dem "Val d'Or" betreiben Sie das „Gasthaus Turmstube“ und im nahegelegenen Guldental auch eine Kochschule mit dem klangvollen Namen "Table d'Or", Sie schreiben Bücher und sind auch im Fernsehen zu sehen, wo Sie leckere Speisen kochen und Millionen von Zuschauern haben. Fühlen Sie sich als Tausendsassa? 

Nein, manches mal ist es vielleicht ein wenig hektisch, aber es geht immer um die Sache nicht darum mich besonders zu profilieren. Ausgangspunkt aller Aktivitäten ist der Genuss.

 

Von Ihrer Mutter hört man dass Sie als Kind schon Interesse am Kochen und Backen hatten. War denn damals in Ihrer Vorstellung schon die Vision Koch zu werden?

Es war klar, dass sich bei der Berufswahl Kreativität und Handwerk treffen mussten. Zudem ist mein Geschmackssinn durch natürliche Kost in Kindheit und Jugend ausgesprochen ausgeprägt.

1981 haben Sie begonnen mit Eckhard Witzigmann zu arbeiten. Hat denn im nachhinein betrachtet dieser Meisterkoch Ihre Zukunft und Ihre Karriere beeinflusst –-und wenn ja, wodurch?

Ja, durch seine perfekte Arbeit im Detail und durch seinen konsequenten Einsatz für Qualität beim Grundprodukt wie auch beim Endergebnis

Sie waren viel in Asien unterwegs, wie hat sich dies auf Ihre Speisen ausgewirkt?

Ich bin fasziniert von den Aromen Asiens und auch von zum Teil gesunden Garmethoden, viele konnte ich in seiner Leichtigkeit in meine Küche integrieren.

 
Das Gourmetrestaurant auf Burg Stromberg
Das Gourmetrestaurant auf Burg Stromberg

Bitte beschreiben Sie unseren Lesern doch einmal Ihre Art des Kochens.

Äußerste Qualität der Produkte, größte Sorgfalt und beim Entstehen eines Rezeptes reichlich Kreativität und Erforschen (auch mal Gewagtes miteinander verbinden).

Zur Zeit sind Sie sicherlich Deutschlands beliebtester Fernsehkoch. Wie kamen Sie denn auf den Gedanken im Fernsehen zu kochen?

Da kamen andere darauf. Es begann im Bayrischen Fernsehen dann im SWR und ZDF mit "Essen wie Gott in Deutschland".

Ich habe Sie auch schon mehrfach im Fernsehen gesehen. Sie wirken beim Kochen und sprechen immer natürlich, ruhig und zufrieden. Also überaus professionell. Gibt es dafür ein „Rezept“ – oder ist dies für Sie die Gelegenheit, Ihr Kochen und Ihre Ideen einem großen Publikum zugänglich zu machen?

In der Tat möchte ich mit einfachen, aber ausführlich dargestellten Rezepten die Zuschauer zum Ausprobieren anregen, vor allem möchte ich vermitteln, das Kochen Spaß macht und es sich lohnt für Lebensqualität einen kleinen Aufwand zu betreiben.

 

Wenn man Ihren Lebensweg verfolgt, kann man annehmen, dass Sie sehr ehrgeizig sind. Gibt es Vorbilder, an denen Sie sich orientiert haben?

Mein Ehrgeiz gilt eher einer Idee, bzw. der Philosophie Esskultur und Lebensart weithin zu propagieren vielen Menschen zu zeigen, wie schön unter bestimmten Vorraussetzungen das Leben sein kann. Mein Ehrgeiz gilt eher einer Idee, bzw. der Philosophie Esskultur und Lebensart weithin zu propagieren vielen Menschen zu zeigen, wie schön unter bestimmten Vorraussetzungen das Leben sein kann

Wenn man so bekannt ist wie Sie, gibt es da nicht genügend Neider? Wie gehen Sie damit um?

Die gibt es sicherlich zu genüge, aber ich weiß nicht, worauf man neidisch sein könnte. Jeder hat die Chance es zu versuchen.

Sie sind seit 1990 verheiratet und haben inzwischen 2 Kinder. Wie schaffen Sie es bei Ihrem beruflichen Engagement, dass Ihr Berufs- als auch das Familienleben harmonieren?

Meine Frau und ich arbeiten seit über 20 Jahren zusammen, die Kinder wachsen in diese Welt hinein. Gemeinsam schaffen wir uns aber immer Freiräume für die Familie.

Vor rund 10 Jahren haben Sie Ihr eigenes Hotel auf Burg Stromburg mit dem Restaurant Le Val D`Or eröffnet. Was war Ihre Ambition für ein eigenes Hotel?

Das Restaurant „ Le Val d’Or“ gab es ja schon 15 Jahre vorher, uns mangelte es immer an Übernachtungsmöglichkeiten, außerdem wollen wir die Gäste rundum verwöhnen.

Sie haben Ihr Hotel mit Restaurant, die Kochschule, sind im Fernsehen, schreiben Bücher etc. Gibt es schon feste Pläne, womit Sie uns mittelfristig wieder überraschen werden?

Im Moment fällt mir nichts ein, aber Spontanität ist meine größte Schwäche/Gabe.

 
"Ich halte es für unerlässlich etwas für Menschen zu unternehmen, denen es nicht so gut geht. ..."

Sie führen auch Benefiz-Veranstaltung durch. Was sind hier Ihre Beweggründe?

Ich halte es für unerlässlich etwas für Menschen zu unternehmen, denen es nicht so gut geht. Das unterstütze ich, auch wenn mir das nur mit meiner Hände Arbeit möglich ist.

Worüber haben Sie sich in letzter Zeit am meisten geärgert?

Dass so viele Menschen nicht kochen, sondern sich mit banaler Fertigkost begnügen.

Über welchen Kauf haben Sie sich am meisten geärgert?

Über einen vermeintlich günstigen Anzug, der nach 2x Reinigung schon blanke, glänzende Stellen hatte.

Was ist für Sie das überflüssigste Produkt/Dienstleistung?

Pfannkuchenteig aus der Flasche.

Was tun Sie zur Entspannung?

Helikopter fliegen.

Sie haben einen Freund zum Essen eingeladen. Die Rechnung kostet Euro 66,40. Wie viel geben Sie?

Euro 73,00.

Sie sind mit dem Ergebnis Ihres Friseurs nicht zufrieden. Wie reagieren Sie?

Gelassen, es wächst ja wieder

Wie gehen Sie mit Niederlagen um?

Ich gehe in mich und versuche es besser zu machen.

Herr Lafer, wir danken Ihnen für dieses Interview und wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles, alles Gute!

 
Link für weitere Informationen: http://www.johann-lafer.de/

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