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 Gentleman-Einbrecher gibt es nur im Film
 | | Der beste Einbruchschutz ist immer nur so gut wie die schwächste Stelle am Haus. Foto: djd |
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Die eigenen vier Wände sind der Lebensbereich, in dem die meisten Menschen sich besonders sicher, geborgen und rundum wohlfühlen. Außer der Familie kommen nur gute Freunde oder geladene Gäste hinein, hier bestimmt der Bewohner voll und ganz die Spielregeln. Dieses Gefühl kann sehr schnell in Angst vor Bedrohung und Unsicherheit umschlagen, wenn ein Einbrecher als ganz und gar ungebetener Gast in das Haus oder die Wohnung eindringt (rgz-p). …
Der materielle Schaden ist bei einem Einbruch oft viel leichter zu verschmerzen als die psychischen Folgen, berichten Psychologen. Bereits eine Studie des Kriminologen Günther Deegener aus dem Jahr 1996 belegte, dass Opfer von Wohnungseinbrüchen und Raubüberfällen nach den Taten zu 70 Prozent über erhebliche Angstzustände klagten. Neben einem permanenten Gefühl der Bedrohung und Unsicherheit gingen die Symptome bis hin zu Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Und die Gefahr, zum Opfer zu werden, ist gar nicht mal so gering: Alle zwei Minuten findet in Deutschland ein Einbruch statt, berichtet die Initiative für aktiven Einbruchschutz "Nicht bei mir". Sie widerspricht vehement der Auffassung vieler Zeitgenossen, dass technische Sicherungen kaum etwas nützen würden, da ein gewiefter Einbrecher sie sowie überwinden könnte.
 | | Finstere Gesellen lassen sich von Lärm und Licht einer Alarmanlage in die Flucht schlagen. Foto: djd/"Nicht bei mir" |
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Sicherheitstechnik verringert Einbruchrisiko deutlich
Den Gentleman-Einbrecher, der nach monatelanger Planung jede Barriere überwindet, gibt es in der Regel nur im Film. Der weitaus häufigere Typus der Diebe geht mit wenig Planung zu Werke und sucht sich Objekte mit geringen Barrieren aus. So geben die meisten Einbrecher schon nach drei bis fünf Minuten ihr Vorhaben auf, wenn sie auf Widerstand stoßen. Die Investition in Sicherheitstechnik ist daher gut angelegtes Geld, meint etwa Michael Nüße, Leiter des Informationsdienstes Sicherungstechnik bei Assa Abloy. "Wer sich nachhaltig schützen möchte, muss sich bewusst machen, dass Sicherungstechnik kein Schnäppchenmarkt ist", rät Nüße: "Effektiven Schutz garantieren nur Produkte mit einem Zertifikat der VdS Schadenverhütung, des Deutschen Instituts für Normung (DIN) oder des Prüfinstituts Schlösser und Beschläge Velbert (PIV). Und sie sollten von qualifizierten Errichterfirmen montiert werden."
So sollten Türschlösser etwa gegen die sogenannte "Schlagschlüsselmethode" gesichert sein. Damit lassen sich viele preiswertere Schlösser im Handumdrehen öffnen, und oft bleiben nicht einmal Spuren zurück. Bei den Türen sollten aber nicht nur das Schloss, sondern auch die Beschläge und Verriegelungen entsprechend verstärkt sein, rät Markus Beck vom Türenhersteller Groke. Aushebelsichere Scharniere, Dreiriegelhakenschlösser sowie zusätzliche Bolzensicherungen auf der Bandseite bieten nach seiner Erfahrung bereits einen guten Grundschutz. Parallel dazu müssen natürlich auch Keller- und Terrassentüren entsprechend gesichert sein - genauso wie die Fenster.
 | | Rundum gut geschützt und abgesichert, fühlt die Familie sich zu Hause wohl. Foto: djd/Aperto Torantriebe |
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Alles im Blick mit zentraler Überwachung
Als wirkungsvollen Schutz gegen Einbruch empfiehlt der Fenster- und Solarspezialist Schüco an Fenstern und Fenstertüren einbruchhemmende Beschläge und zumindest im Erdgeschoss sowie an leicht zugänglichen Fenstern zusätzlich abschließbare Fenstergriffe. Auch geringe Spaltmaße zwischen Fenster und Rahmen helfen, da sie den Ansatz von Einbruchwerkzeugen erschweren. Bleiben die Fenster gekippt, nützt die Sicherheitstechnik wenig. Moderne Systeme wie Home Control können heute den Zustand jedes einzelnen Fensters und aller Türen im Haus abbilden und der Besitzer sieht auf einen Blick, wo er eventuell noch schließen muss.
Sinnvoll sind auch Überwachungsanlagen, die bei Eindringversuchen Alarm schlagen und den Dieb entweder mit lauten akustischen Signalen und hellem Licht vertreiben oder aber direkt mit der Polizei oder einem Sicherheitsunternehmen verbunden sind. An- und ausschalten lassen sich die Anlagen heute komfortabel per Funk, berichtet die Firma Sommer Torantriebe. Dazu kann beispielsweise die gleiche Funkfernbedienung verwendet werden, die auch das Garagen- oder das Hoftor ansteuert. Eine hochkomplexe Verschlüsselungstechnologie, die den Code nach jeder einzelnen Betätigung aus Billionen Kombinationen per Zufall neu auswählt, macht den Sender abhör- und hackersicher.
Bereits ein einfacher Bewegungsmelder, welcher die Außenbeleuchtung anschaltet, hat abschreckende Wirkung. Wer nicht im Haus oder auf Reisen ist, kann das Eindringen zusätzlich durch geschlossene Rollläden erheblich erschweren. Moderne Läden etwa von Warema sind heute zuverlässig gegen Hochschieben geschützt. Sinnvoll bei längeren Reisen sind Zeitsteuerungen für Licht und Rollläden, die dem Beobachter eines Hauses signalisieren, es sei bewohnt.
 | | Moderne Beschlagtechnik an Fenstern und Fenstertüren bringt unbefugten Eindringlingen erheblichen Widerstand entgegen. Foto: djd/Schüco |
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Der beste Einbruchschutz
Als besten Einbruchschutz bezeichnen Hausratversicherer wie die Neckermann Versicherungen richtiges und umsichtiges Verhalten sowie eine gute Nachbarschaft. Die Fenster immer zu verriegeln, ist eigentlich selbstverständlich, doch auch die Haustür sowie Garagen- und Kellertüren sollten selbst bei kürzerer Abwesenheit verschlossen und verriegelt und nicht nur zugezogen werden. Herumstehende Leitern und alles, was sich als Kletterhilfe eignet, gehören ebenso hinter Schloss und Riegel wie Werkzeuge, die sich zum Einbrechen eignen. Wer auf seinem Anrufbeantworter hinterlässt, dass er die nächsten drei Wochen nicht erreichbar ist, gibt Verbrechern gleich einen Zeitplan für ihr finsteres Tun mit auf den Weg. Das Telefon als prima Mittel zum Ausspähen haben diese längst entdeckt, ebenso wie überquellende Postkästen Hinweise auf verreiste Bewohner geben. Gute Nachbarn haben ein Auge auf ihre Nebenhäuser und sind meist bereit, bei Reisen kleine Hilfestellungen zu übernehmen. Dazu zählen etwa das Leeren des Briefkastens oder ein gelegentlicher Kontrollgang im und ums Haus. Experten empfehlen beispielsweise, einfach mal die Wäsche vor dem vorübergehend leeren Nachbarhaus aufzuhängen, damit es bewohnt aussieht.
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