|
 Die perfekte Küche
 | | Foto: djd/www.villeroy-boch.com |
|
Tipps und Trends zur Planung, Kauf und Nutzung. Von unserem dtd-Korrespondenten Hannes Neisinger. "Die Lust auf Wandel steht hoch im Kurs! Die klassischen Raumaufteilungen: abgeteiltes Bad, Küche, Wohnzimmer verschwinden. Fernseher und Multimedia werden in die Küche integriert, Esstisch und Stuhl zusammen mit der Küche entwickelt. Die Küchenmöbel verkörpern mehr Design, wodurch die Küche einen wohnlicheren Charakter erhält. Das erhöht die Lebensqualität. Der Trend lautet: Weg vom Zweck, hin zu mehr Lifestyle." Elmar Duffner muss es wissen. Er ist Präsident des Verbandes der deutschen Möbelindustrie (VDM) und Geschäftsführer des Küchenmöbelherstellers Poggenpohl ...
 | | Weg vom Zweck: Kochen und Leben verschmelzen. Foto: djd/www.wesco.de |
|
Zusammen kochen, essen, trinken und feiern – dafür müssen moderne Küchen heute gerüstet sein. Denn die reine Koch-Küche vergangener Tage ist passé. Küche und Essplatz verschmelzen immer stärker. Damit sich ergonomisches Arbeiten, Kommunikation und Wohlgefühl harmonisch verbinden, ist eine gründliche und fachgerechte Planung unerlässlich. Dann wird die Küche zum zentralen Lebens- und Kommunikationsort.
In den aktuellen Küchenentwürfen rückt nicht nur der eigentliche Esstisch näher zum Kochbereich. Auch die Küchenmöbel selbst laden zum Klönen, Verweilen und Kosten ein. Sie sind gekennzeichnet von Inselelementen, Theken, Arbeitsplatten in verschiedenen Höhenabstufungen und Ausziehtischen. Barhocker als Ergänzung sind häufiger zu finden. So wird die Küche zum Ort fürs gemeinsame Frühstück am Ausziehtisch, den schnellen Snack zwischendurch an der Theke oder das Servieren des Apérétif zur Abendeinladung an einem Inselelement.
Noble Hochglanzfronten, gemütliche Landhausromantik oder High-Tech-Flair – Küchendesign bewegt sich heute in viele Richtungen, fast immer aber abseits der rein praktischen Einbauküche vergangener Jahrzehnte. Auch bei Ergonomie und Sicherheit sind die Ansprüche gewachsen, vor allem aber die ästhetischen Erwartungen sind heute hoch.
Die weiteren Trends für 2010:
- Runde Küchen könnten der absolute Trendsetter werden.
- Küche und Essplatz verschmelzen zukünftig komplett miteinander.
- Die Trendfarbe der Kücheneinrichtungen bleibt Weiß. Brauntöne überzeugen durch schlichte Eleganz. Schwarz-Weiß- Kombinationen könnten ein Highlight 2010 werden.
- Gut durchdachte Schubladen- und Schranksysteme erleichtern die Küchenarbeit.
- Kochinseln weichen Schrankvarianten. Backofen und Mikrowelle verschwinden dezent hinter Schrankelementen. So bleibt mehr Platz für große Esstische.
- Elektrogeräte verschwinden elegant als Einbauelemente hinter den Verkleidungen der Küchenfronten und geben so ein harmonisches Gesamtbild. Ausnahme: in manchen Küchen werden etwa sechsflammige Gasherde, ein doppeltüriger amerikanischer Kühlschrank oder ein nostalgisches Kühl-Modell bewusst alleinstehend angeordnet.
- Wo auf der Arbeitsfläche roter Paprika, grüner Brokkoli, violette Auberginen und gelbe Zitronen um die Wette glänzen, muss auch die Wand nicht zurückstehen. Dort regt etwa ein kräftiges Orange oder ein zartes Grün die Sinne und den Appetit an.
 | | Brauchen Sie eine neue Küche? Ein einfacher Test gibt Ihnen die Antwort. Foto: djd/Bilderbox |
|
Der 3-Minuten-Check
Wie zeitgemäß ist Ihre Küche?
(dtd/amk). In Deutschland gibt es 26 Millionen Küchen, davon sind neun Millionen älter als fünfzehn Jahre. Diese entsprechen in Komfort, Technik und Design nicht mehr dem heutigen Stand. Wie zeitgemäß ist Ihre Küche zu Hause? Hier erfahren Sie, ob Sie küchentechnisch noch auf der Höhe der Zeit sind. Wenn Sie wissen möchten, was heutzutage Küchenstandard ist, dann machen Sie den 3-Minuten-Check":
1. Schließen Ihre Schränktüren und Schubladen mit deutlich hörbaren Geräuschen?
2. Müssen Sie sich oft bücken, um an etwas heranzukommen?
3. Bieten Sie immer wieder Zeit und Kraft auf, um neue Ablage- und Arbeitsflächen zu organisieren?
4. Riecht es, offen gesagt, schon etwas abgestanden, wenn Sie Ihren alten Kühlschrank öffnen?
5. Kann Ihr Herd nichts anderes außer Ober-/Unterhitze, Heißluft und evtl. noch Grillen?
6. Spülen Sie noch von Hand?
7. Haben Sie das Gefühl, dass es ewig dauert, bis das aufgesetzte Wasser endlich kocht?
Wenn Sie drei Fragen oder mehr Fragen mit JA beantwortet haben, dann ist Ihr Einbauküchen-Oldie vermutlich schon lange Jahre im Einsatz. Und freut sich, wenn er endlich in den wohlverdienten Ruhestand wechseln kann, weil eine neue, schicke Einrichtung seinen Platz übernimmt.
 | | Ein Küchenkauf will gut überlegt sein. Neben der Finanzierung sollte auch die Funktionalität stimmen. Foto: djd/www.easycredit.de |
|
Wichtig ist die Funktionalität
Darauf sollten Sie vor dem Kauf achten
(dtd). Der Kauf einer Küche ist eine Investition für die Zukunft. Darauf sollten Sie beim Kauf achten:
- Zu allererst auf Qualität und Funktionalität. Eine Küche, an der man lange Freude haben will, ist kein Billigprodukt. Hier könnten sich z. B. schnell die Türen verziehen oder die Schubkästen klemmen.
- Überlegen Sie, welchen Stil die Küche haben soll. Welcher gut zum Rest der Wohnung passt oder ob sie ein Kontrast sein soll? Soll sie gemütlich oder kühl oder elegant wirken? Soll sie aus Holz, Acryl oder mit viel Glas sein? Welche Fronten gefallen Ihnen: glatt, matt oder lackiert?
- Machen Sie einen Grundriss von Ihrer Küche und einen Plan, was Sie unterbringen müssen. Messen Sie die Schränke Ihrer alten Küche aus. So können Sie besser einschätzen, ob die neuen auch reichen. Am besten ist es, alle Schränke bestimmten Arbeitsbereichen zuordnen (Gewürze in Nähe des Herdes z. B.) Überlegen Sie, wie viele Schubkästen Sie wofür brauchen.
- Prüfen Sie Ihre Finanzen: Wie teuer darf die Küche insgesamt werden. Setzen Sie sich auch eine Obergrenze. Erst dann geht's ins Küchenstudio oder Möbelhaus.
- Dort ist das Angebot an unterschiedlichen Schränken, Tischen, Stühlen, Arbeitsplatten, Farben, Dekoren, Materialien, Griffen, Beleuchtungsvarianten, Geräten, Armaturen und überraschendem Hightech so groß, dass man auf Grund der vielen Eindrücke manchmal das nicht Verzichtbare vergisst.
- Bestellen Sie nicht gleich, informieren Sie sich über Vor- und Nachteile von Materialien und wägen Sie zu Hause in Ruhe ab. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Ein guter und erfahrener Küchenverkäufer wird Ihnen Zeit lassen, er macht gemeinsam mit Ihnen eine Bedarfsanalyse fragt nach Ihren Wünschen und Vorstellungen. Viele Küchenstudios, wie z. B. Küche Aktiv, bieten 3-D-Planer an. Das ermöglicht eine genaue Vorstellung, wie die neue Küche ausschauen wird.
- Auf Nummer sicher geht der der von einem Fachmann ausmessen lässt. Wenn dann beim Einbau etwas nicht passt, muss der Händler dafür sorgen, dass es funktioniert. Wer seine Küche allein ausmisst, hat dagegen den Schaden, falls z. B. die Arbeitsplatte zu groß ist oder der Winkel nicht stimmt. Wer selbst eine Zeichnung anfertigt, sollte neben der Raumgröße bei der Planung tragende und nichttragen de Wände, Fenster, Türen, Wasseranschlüsse, Lichtschalter und Steckdosen berücksichtigen und den Winkel für die Arbeitsplatte z. B. sehr genau notieren. Schon bei wenigen Grad Abweichung kann eine lange Platte nicht mehr passen.
- Im Preis einer Küche sind auch meist die Montagekosten – etwa 10 bis 20 Prozent der Gesamtkosten – enthalten. Wer sie in Eigenregie montiert, kann die herausrechnen. Wenn dann allerdings beim Einbau was entzwei geht bleibt meist darauf sitzen. Und ist etwas nicht sachgerecht aufgestellt, kann sogar die Gewährleistung futsch sein.
 | | Jede Arbeitsplatte hat ihre Vor- und Nachteile: Von der Empfindlichkeit bís zur Pflege. Foto: djd/www.lithofin.de |
|
Welche Arbeitsplatten soll es sein?
Vor- und Nachteile von Holz, Glas, Lamiant, Kunststoff und Granit
(dtd). Lange Zeit dominierte die Laminat-Küchenarbeitsplatte das Bild in deutschen Haushalten. Auch heute noch ist diese preiswerte und dabei robuste Variante häufig zu finden. Mit fast unendlich vielen Designs findet sich für jede Küche ein passendes Modell, die Hersteller bieten heute auch verschiednee Stärken und Tiefen und Maßanfertigungen an. Laminatplatten gibt es fertig mit abgerundeten Kanten oder mit verschiedenen Umleimern als Kantenabschluss.
Holz ist nicht schnittfest, ein heißer Topf kann sich einbrennen, und Fettspritzer oder Gemüsesäfte können schon mal ihre Spuren. Dennoch schwören viele auf das nachwachsende Naturmaterial. Natürliche Öle schützen das Holz vor dem Gröbsten, und etwas Patina mit Flecken oder Schnittspuren finden echte Holzfans nur natürlich. Gelegentlich gut reinigen, sonst können sich Bakterien festsetzen. Granitplatten sehen edel aus, sind aber teuer. Sollte man nur von einem Fachbetrieb anfertigen und sich vorher gründlich beraten lassen. Granit ist schnittfest, doch Flüssigkeiten können Flecken hinterlassen. Die Oberfläche muss daher immer mal wieder imprägniert werden.
Eine Alternative sind Kunststeinplatten. Sie sind unempfindlich, hygienisch, leicht zu reinigen und können auch keine „Fehler“ haben.
Seit ein paar Jahren neu am Markt sind Arbeitsplatten aus Glas. Sie sind schnittfest, auf Grund der glänzenden Oberfläche sein Flecken schnell sichtbar – aber auch schnell zu entfernen. Spezialisten wie Lechner gestalten die Glas-Arbeitsplatten auf der Rückseite etwa mit Marmor-, Holz- oder anderen Dekore, die hinter Glas eine ganz besondere Tiefenwirkung entwickeln.
 | | Pflegeleichte Materialien in der ganzen Küche erleichtern das Sauberhalten. Foto: djd/www.fliesenverband.de |
|
Pflegeleicht ist Pflicht
Küchenwand und Küchenboden
(dtd). Wohnlich, stylisch und chic soll sie aussehen. Und wenn mal der Kochwein umkippt oder die Tomatensauce spritzt, sollen die Spuren nicht gleich für Jahre sichtbar sein. Richtig empfindliche Materialien bekommen daher "Küchenverbot“. Die besten Tipps:
Fliesen: Der Klassiker für Küchenböden und Wandverkleidungen rund um Spüle und Herd präsentiert sich vielseitig und edel wie nie zuvor. Von urbanen Grautönen über Naturstein- oder sogar Holzanmutungen und Metalliceffekten bis zu bunten oder mediterran-warmen Farben reicht das Spektrum der keramische Werkstoff (Ideen und Anregungen: www.deutsche-fliese.de). Glasierte Oberflächen sind besser als unglasierte – die können schon eher mal bleibende Spuren abbekommen.
Naturstein: Sieht besonders edel aus. Unbehandelte Marmor-, Kalkstein- und andere Steinoberflächen reagieren auf Säuren, also auch auf Essig, Zitrone und andere Fruchtsäuren, mit Trübungen und dauerhaften Verfärbungen. Auch Fett und Öl können in die Kapillarstruktur eindringen und lassen sich nur schwer wieder entfernen. Nur eine vollständige Versiegelung sorgt für dauerhafte Schönheit. Die ist allerdings von Kratzern bedroht. Kunststeine sind oft pflegeleichter.
Massivholz: Ein Holzboden in der Küche ist angenehm fußwarm undstrahlt Wohnlichkeit aus. Versiegelt, kann er schnell Kratzer abbekommen, wenn mal ein Messer oder ein Topf zu Boden geht. Geölt und gewachst, ist er Fett und Feuchtigkeit gut gewachsen, vor allem lässt er sich dann mit vergleichsweise wenig Aufwand aufarbeiten. Hersteller wie Pinus oder Moco bieten Holzprofile bereits fertig vorbehandelt an, so kann der Erstanstrich entfallen.
Laminat: ist grundsätzlich gut geeignet in der Küche und lässt sich relativ einfach selbst verlegen. Allerdings sollte es nicht zu nass, sondern nur nebelfeucht gewischt werden. Besser als hochglänzende Böden sind matte Oberflächen, auf denen man nicht gleich jeden Fleck sieht. Hersteller wie Witex bieten sogar Laminatböden mit Pfandsystem an – dann kann man den Boden nach ein paar Jahren einfach wieder abgeben. Beim Kauf unbedingt auf Eignung für Feuchträume achten.
Kunststoffboden: .Aus verschiedenen Kunststoffen gibt es vielfältigste Farben und Muster von sehr preiswert bis edel. Grundsätzlich sehr gut geeignet für die Küche, sollte man besonders bei leicht zu verlegenden Klick-Böden auf Feuchtraumeignung achten.
Linoleum: erlebt als Bodenbelag aus natürlichen Rohstoffen heute eine Renaissance. Die erhältlichen Gestaltungsvarianten von Herstellern wie Forbo Flooring haben mit dem tristen Belag auf den Amts- und Schulfluren nur noch ihre Belastbarkeit, Wasserfestigkeit und Langlebigkeit gemein und sind daher in der Küche sehr zu empfehlen.
Wand: an der Küchenwand und –decke geht fast alles, was im Rest der Wohnung auch gefällt. Die Decke sollte atmen könne, die Wand mit einer nassabriebbeständigen Dispersionafarbe oder mit zusätzlich mit einem Überzug, z.B. Elefantenhaut aus dem Baumarkt, geschützt sein. Ungünstig sind textile Wandbeläge oder Naturfasern – sie verschmutzen leicht und nehmen Küchengerüche an. Besonders schön sind klassische Wandbeschichtungen auf Basis von Kalk und Seife z.B. von Volimea, die Erinnerungen aus Palastküchen vergangener Tage wecken und dennoch wischfest sind. Allerdings ist die Verarbeitung für Heimwerker nicht ganz einfach.
 | | Was will ich wie kochen: Die Wahl des Herdes ist nicht einfach. Foto: djd/www.bauknecht.de |
|
Feuer und Flamme
Herd und Backofen: Die Qual der Wahl
(dtd). Gemüse abgießen, das Steak aus der Pfanne nehmen, die Sauce abschmecken und dann alles anrichten: Gut, wenn die Technik von Küchenherd und Backofen beim Tempo des Kochs mitmacht. Doch welcher Herd ist der richtige? Gasherd, Ceranfeld oder Induktionsfläche? In den meisten Küchen ist Kochfeld und Backofen als Einbaulösung vorgesehen, doch in jüngerer Zeit erleben auch alleinstehende Edelstahlherde ein Comeback und verbreiten Restaurant-Flair. Wie viel Komfort darf es sein – Umluft, Auszugswagen oder Selbstreinigung im Backofen? Egal wie die Entscheidung ausfällt; moderne Herde helfen beim Energiesparen. Laut einer Siemens-Studie verbrauchen neue Backöfen im Vergleich zu älteren Hausgeräten bis zu 30 Prozent weniger Strom.
Induktion: Turbo-Kochen mit Spareffekt
Wenn es gar nicht schnell genug gehen kann, ist Induktionstechnik erste Wahl. Profis und Hobbyköche schwärmen gleichermaßen von extrem kurzen Ankochzeiten und präziser Leistungsregulierung. Da das Induktionsfeld nicht die Platte, sondern der Topfboden erhitzt, wird die Energie besonders schnell und sparsam umgesetzt. Gegenüber herkömmlichen Elektrokochfeldern oder Gaskochmulden benötigt die innovative Technik deutlich weniger Strom. Neue Bedienmechanismen touchSlider von Siemens reagieren unmittelbar auf sachte Berührung – so schnell geht es nicht mal mit dem klassischen Bedienknebel. Wer bisher bei Induktionskochfeldern eine Bräterzone vermisst hat, wird etwa bei Miele fündig. Der Traditionshersteller stattet eine Reihe von Modellen mit einer gesonderten Warmhaltefunktion aus, die die Speisen für bis zu zwei Stunden auf konstanter Temperatur halten. Ein Nachteil von Induktionsfeldern ist, dass sie mit ihrem Brummen Mensch und Tier ganz schön nerven können. Außerdem ist nicht jeder Topf induktionsgeeignet.
Ceran: Bewährt seit den Siebzigern
Das Ceranfeld, 1971 von Schott und Imperial entwickelt, ist heute in Deutschland am weitesten verbreitet. Es liefert deutlich schnellere Leistung als die alten Elektroplatten, die kaum mehr zu sehen sind. Ceranfelder sind heute in allen Preisklassen verfügbar. Ihr einziger Nachteil: einen schweren Topf sollte man nicht darauf fallen lassen – sie können brechen.
Gasherd: Renaissance des offenen Feuers
Nicht nur Wok-Liebhaber schwören auf die offene Flamme eines Gasherds, auch in den Profiküchen ist er der Platzhirsch. Die Dosierung der Hitze ist im Alltag eher schwieriger als mit den anderen Herdarten, und man verbrennt sich eher mal die Finger. Zum schnellen Anbraten und fürs Kochen mit Fingerspitzengefühl ist er dennoch für viele erste Wahl.
Backofen: Gas ist heute die Ausnahme
Der gute alte Gasbackofen ist heute eher selten zu finden. Zu schwierig ist seine Dosierung im Alltag, und er kann auch nicht mit den vielfältigen Komfortfunktionen moderner Elektrobacköfen mithalten. Die bieten fast schon obligatorisch Unter- und Oberhitze, Umluft und Grill. Zusätzlich gibt es Auftaustufen, integrierte Mikrowelle, 3D-Heißluft und Umluft-Infrarotgrill. Als neuester Trend kommen seit ein paar Jahren auch Dampfgarer aus der Gastronomieküche in die heimische Küche. Es gibt sie als Stand-Alone-Gerät oder in den Backofen integriert. Diese teuren Geräte lohnen sich aber eigentlich nur für Küchenbesitzer, die regelmäßig für viele Gäste kochen. Sie werden auch die Selbstreinigungsfunktion mit Pyrolyse schätzen, bei der Rückstände im Ofen fast 500 Grad zu Asche verbrennen. Unangenehme Nebenwirkung: Zu Beginn der Selbstreinigung qualmt es ordentlich aus dem Ofen.
 | | Die Spüle ist der meistgenutzte Arbeitsbereich in der Küche. Foto: djd/www.villeroy-boch.com |
|
Küche - kurz und kompakt
Spülen – Alternativen zu Edelstahl
(dtd). Die Spüle ist der meistgenutzte Arbeitsbereich in der Küche. Bisher war Edelstahl fast Standard für die „zentrale Wasserstelle“ – das ändert sich gerade. Keramische Materialien sind zum Beispiel bei Villeroy und Boch im Trend. Sie sehen attraktiver und wohnlicher aus, lassen sich in verschiedenen Farben und mit Dekoren gestalten und sind dank veredelter Oberflächen besonders leicht zu reinigen.
Alternativ zum Edelstahl werden auch attraktive und extrem robuste Verbundwerkstoffe angeboten, die ebenfalls in verschiedenen Farben und Strukturen angeboten werden.
 | | Putzmittel und Reiniger gehören ganz nach oben in den Putzschrank. Foto: djd/www.hdi.de |
|
In der Küche lauern Gefahren
(dtd). Wenn Papa oder Mama in der Küche zugange sind, wollen die Kleinen natürlich mittun. Wer einige Sicherheitsregeln beachtet, kann Unfälle vermeiden. Pfannenstiele laden kleine Kinder zum Hinfassen ein, um mal nachzusehen, was da so lecker auf dem Herd brutzelt – Griffe von Pfannen und Töpfen daher nie nach vorne überstehen lassen! Auch beim Klettern auf dem Küchenstuhl oder der Trittleiter droht Absturzgefahr, die sich noch vergrößert, wenn noch die Konserven oder der Topf aus dem Regal mit zu Boden gehen. Putzmittel und Reiniger gehören ganz nach oben in den Putzschrank, denn schließlich gibt es nichts Tolleres, als alle erreichbaren Schränke auszuräumen und die lustigen bunten Flüssigkeiten mal zu probieren. Für den Fall, dass das Kind doch mal etwas verschluckt hat, rät Frank Mankeller, Schadenleiter beim Versicherer HDI: „Die Nummern des Giftnotrufs und des Hausarztes sollten immer bereitliegen“. Beim Anruf sollte die Flasche zur Hand sein, aus der getrunken wurde, damit der Arzt eine Erstberatung am Telefon machen kann. Als Spielplatz ohne Aufsicht ist die Küche auf jeden Fall tabu.
 | | Apothekerauszüge sorgen für Ordnung in der Küche. Foto: djd/www.kesseböhmer.com |
|
Apothekerauszüge
(dtd). Schmale ausziehbare Schränke, so genannte "Apothekerauszüge“, sorgen für Ordnung in der Küche. Auf leisen Rollen und sogar mit Motorantrieb gibt es sie z.B. von J. Kesseböhmer. Der Vorteil; der Inhalt des schmalen Ausziehschranks ist von beiden Seiten zugänglich, auch Kleinteile, Gewürze, Tütensuppen, Backpulver und vieles mehr sind so gut aufgeräumt und dennoch übersichtlich und leicht erreichbar.
 | | Mach's mit dem Knie: Vollautomatische Auszüge schonen den Rücken. Foto: djd/www.blum.com |
|
Selbstöffnende Schubladen
(dtd). Wenn es in der Küche hoch hergeht, haben Koch und Köchin meist alle Hände voll zu tun. Mit Gemüseresten für den Biomüll in der einen und dem Saucentopf in der anderen Hand hat sich schon mancher eine Zauberhand gewünscht, die ihm hilft. Die gibt es – in Form eines Motorantriebs von Julius Blum, der Schubladen sanft herausgleiten lässt. Einfach mit Knie oder Ellenbogen anstupsen, schon startet der Motor und öffnet selbst schwere Schübe mit Töpfen oder Konserven ganz von alleine. Kann in den meisten gängigen Küchen nachgerüstet werden, stoppt sofort, wenn ein Hindernis im Weg ist.
 | | Automatische Kippfenster ohne Stromanschluss. Foto: djd/winflip.de |
|
Gut gegen dicke Luft
(dtd). Einfach mal Dampf ablassen – selbst mit Dunstabzugshaube ist es manchmal sinnvoll, das Küchenfenster zu kippen, damit die "dicke Luft“ nach draußen abziehen abziehen kann. Sitzt man dann gemütlich bei Tisch, wird das Schließen des Fensters oft vergessen, und im Winter kühlt der Raum aus. Ganz automatisch übernimmt das Schließen ein Mechanismus namens Winflip, der sich nachträglich an jedes Kippfenster bauen lässt. Nach einer voreinstellbaren Zeit schließt er das Fenster selbsttätig und braucht dazu nicht einmal einen Stromanschluss.
|
|